Grüne Chemie

Biokunststoffe – biogene Kunststoffe

Ein Biokunststoff kann ein Kunststoff sein, der

  1. aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird.
  2. biologisch abbaubar ist.

Die folgende Grafik zeigt die Einteilung der Kunststoffe nach diesen beiden Kriterien:

Abbildung: Einteilung der Kunststoffe; erstellt von Benjamin Eckhart

Kunststoffe auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen nennt man biogene Kunststoffe, diese werden auch als biobasiert bezeichnet. Sie können beispielsweise aus Zuckerrohr, Maisstärke oder auch aus Holz hergestellt werden und haben einen großen Vorteil gegenüber ihren petrochemischen Konkurrenten. Denn werden sie nach ihrer Benutzung zur Energiegewinnung verbrannt (thermische Verwertung), kommt nur so viel Kohlenstoffdioxidin die Atmosphäre, wie zuvor von der verwendeten Pflanze durch Photosynthese gebunden wurde. Das trägt also nicht so stark zu einer Verstärkung des Problems der Klimaerwärmung bei.

Aber biogene Kunststoffe sind nicht zwingend biologisch abbaubar. Die Ausgangsstoffe entscheiden also nicht darüber, ob ein Kunststoff biologisch abbaubar ist oder nicht. Allein der chemische Aufbau entscheidet über die Abbaubarkeit. Ist er es nicht, bestehen am Ende des Produktzyklus weiterhin dieselben Probleme wie bei herkömmlichen Kunststoffen.

Biologisch abbaubare Kunststoffe sind Materialien, die durch das Einwirken natürlicher Mikroorganismen und geeigneter Umweltbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) vollständig zu Kohlenstoffdioxid und Wasser abgebaut werden. Diese Mikroorganismen können Bakterien, Pilze oder Algen sein. Die Definition der Bioabbaubarkeit ist, dass nach 12 Wochen bei ca. 58 °C und bei hoher Feuchtigkeit zumindest 90 % des Kunststoffs abgebaut sind. Diese Bedingungen werden meist nur in industriellen Kompostieranlagen erreicht. Die biologische Abbaubarkeit hilft dabei, die Problematik der Umweltverschmutzung zu reduzieren.

Biologisch abbaubare Kunststoffe können damit auch aus fossilen Rohstoffen hergestellt sein. Wenn das so ist, bleibt das Problem, dass sie weiterhin für viel Kohlenstoffdioxid-Freisetzung verantwortlich sein können.

Was bedeutet das jetzt konkret für dich? Wenn beispielsweise im Geschäft auf einem Produkt „Biokunststoff“ steht, heißt das noch lange nicht, dass du das Produkt ohne weiteres auf den Komposthaufen daheim schmeißen darfst, da der Biokunststoff ja nicht automatisch biologisch abbaubar sein muss.

Es gibt allerdings auch Kunststoffe, die sowohl biogen als auch biologisch abbaubar sind.