Grüne Chemie

Auswirkung der Umweltverschmutzung durch Kunststoffe

Sowohl auf dem Festland als auch in unseren Weltmeeren befindet sich sehr viel Kunststoffmüll. Das Weltwirtschaftsforum geht davon aus, dass rund ein Drittel aller Kunststoffverpackungen in der Natur landet. Ein Teil dieses Mülls kommt in die Ozeane. Der WWF gab 2018 an, dass inzwischen mehr als 150 Millionen Tonnen Kunststoffmüll in den Weltmeeren sind. Es wird geschätzt, dass bis 2025 auf jeweils drei Tonnen Fisch eine Tonne Kunststoff kommen wird. Und im Jahr 2050 soll sich Hochrechnungen zufolge mehr Kunststoff als Fische in den Meeren befinden. Das ist eine fast unmöglich vorstellbare Menge. Wie konnte das passieren?

Nicht alle Kunststoffe werden fachgerecht entsorgt und recycelt. Viele landen in der Natur, ein Teil davon in Flüssen und so schließlich in unseren Ozeanen. Schätzungen zufolge kommen jährlich weitere 8 bis 12,7 Millionen Tonnen Kunststoffmüll in die Weltmeere, was einer vollen Lastwagenladung pro Minute entspricht. Allein in Österreich gelangten mit Stand 2015 jährlich rund 40 Tonnen an Kunststoff in die Donau.

Auf dieses Problem machten 2021 unter anderem die Youtuber MrBeast und Marc Rober (externer Link) aufmerksam.

Kunststoffteile sind am Festland und in den Weltmeeren sowohl in ihrer ursprünglichen Form als auch in zerkleinerten Partikeln vorhanden. Zerkleinert werden die Kunststoffteile unter anderem durch die Einwirkung von UV-Strahlung oder den Abrieb am Weg durch die Flüsse ins Meer. Sobald die Größe der Kunststoffteile unter 5 mm liegt, spricht man von Mikroplastik.

Die größeren Kunststoffteile sind sowohl für Landtiere als auch für Fische, Schildkröten und Seevögel gefährlich.

Über die externen Links kommst du zu Bildern, welche die weitreichenden Gefahren, die von alten Fischernetzen und von Sixpack-Ringen ausgehen, zeigen.

Außerdem besteht die Gefahr, dass die Tiere diese mit Nahrung verwechseln und sie schlucken. Da die Kunststoffe weder verdaut werden noch das Verdauungssystem passieren können, führen sie oft zum Tod der Tiere durch Verhungern. Schätzungen zufolge haben rund zwei Drittel aller Seevögel weltweit Kunststoffteile im Magen.

Doch auch die zerkleinerten Partikel können für Lebewesen gefährlich werden. Sowohl das Mikroplastik selbst als auch die darin enthaltenen Schadstoffe, wie Schwermetalle und Weichmacher, werden schon von Mikroorganismen und Kleinsttieren aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette. Mikroplastik und Schadstoffe reichern sich so auch im menschlichen Körper an.

Was ist daran so schlimm? Weichmacher können sich beispielsweise auf das Hormonsystem von Lebewesen (also auch von uns Menschen!) auswirken.

Da jedes Jahr noch mehr petrochemische Kunststoffe in die Natur gelangen, und diese nicht oder nur sehr schlecht biologisch abbaubar sind, werden sie noch über Jahrhunderte an Land und in den Weltmeeren vorhanden sein und dort dem gesamten Ökosystem schaden.