Tonic Water

Gin pur ist heute etwas aus der Mode gekommen. Dafür boomt Gin-Tonic umso mehr. Hierfür benötigt man jedoch (neben der Gurke) noch eine weitere essentielle Zutat: Tonic Water. Mit aufkommen des Gin-Tonic-Trends wurde auch diese Zutat immer wichtiger und erfreut sich nun auch einer relativ großen Vielfalt. Wichtigster und charakteristischer Bestandteil von Tonic-Water ist das Chinin. Es verleiht dem Tonic Water den bitteren und charakteristischen Geschmack.

Chinin-Molekül

Strenggenommen existiert Tonic Water sogar nur aufgrund dieser Substanz, da Chinin seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und bis zum Ersatz durch wirksamere Substanzen 1934 durchaus erfolgreich als Medikament gegen Malaria eingesetzt wurde. Chinin wird heute wie auch damals aus dem Saft der Chinarinde gewonnen. Allerdings ist der Geschmack der Chinarinde sehr bitter und so war das Malariamittel zunächst wenig bei den Soldaten in den Kolonialgebieten unbeliebt. Die Briten begannen daher in Indien Chinin in Wasser zu lösen und anschließend mit Gin und Zitrone zu versetzen. Diese Tatsache erklärt auch den längeren Namen Indian Tonic Water, der immer noch auf einigen Tonic Water zu finden ist.

Für den Massenmarkt wurde es dann von Johann Jacob Schweppe produziert. Nach seinem Patent zur Versetzung von Wasser mit Kohlensäure gründete er auch eine Fabrik für die Herstellung von Tonic Water, dem sogenannten Indian Tonic Water. Bis heute ist die Marke Schweppes bekannt. Der Chiningehalt ist jedoch heute deutlich geringer als früher. Als Mittel gegen Malaria eigenet sich Tonic Water daher nicht mehr.